Hunde und der Karneval

Karneval mit Hund
So kommen Du mit deinem Hund gut über die „fünfte Jahreszeit“.

Mancherorts wird es mit nicht zu überbietender Laune gefeiert, anderswo betrachtet man das Treiben eher etwas irritiert: Karneval! Auch unsere Hunde dürften etwas verwirrt sein, wenn sie Frauchen oder Herrchen plötzlich in Gestalt einer lebensgroßen Ameise wieder finden – und sich selbst als Clown wiederfinden.

Im Rheinland herrscht der Ausnahmezustand: Die Jecken sind los! Da wird geschunkelt, gefeiert und „gebützt“. Bei vielen Narren kündigt sich der Karneval schon am 11.11 an, mit der wichtigsten frage von allen: als was verkleide ich und mein Hund dieses Jahr?

Ein Trend setzt dem noch was drauf, denn Kostüme für Hunde sind der Renner. So dass demnächst erschwerend hinzu kommen wird: Welches Kostüm würde dem Hund zusagen?

Die Auswahl ist Gross: Hundeshops im Internet bieten dem Hund die tolle Möglichkeit, sich endlich einmal als Hummel zu fühlen, oder für einen Tag ein cooler Hunde-Clown zu sein, oder endlich mal ein Polizei Hund zu sein,

Hunde-Kostüme im Karnevals-Handel

Doch Hunde-Kostüme sind längst kein Ladenhüter mehr. Auch der Karnevals-Handel hat sich schon auf den Trend eingerichtet. In den einschlägigen Kostüm-Läden können sich Hund und Herrchen im Partnerlook als Einhorn, Joda, Zorro, Stormtrooper, ausstatten lassen.

Hunde-Kostüme kontrovers diskutiert

Das zu beurteilen, ist nun nicht ganz einfach. Hundemode ist zweifellos ein Trend, aber ebenso zweifelsfrei kontrovers diskutiert. Hunde, die geduldig und fachgerecht an das Tragen von Kleidung gewöhnt wurden – weil es im Winter sonst zu kalt für sie wäre – haben meist auch gegen schrille Outfits nichts einzuwenden. Unerlässlich ist dabei natürlich, dass das Kostüm gut passt und nicht etwa drückt, scheuert oder den Hund  in irgend einer weise einschränkt.

Letztlich dürfte es dem Hund gleichgültig sein, in welches vermenschlichende Kostüm er gerade gesteckt wird – solange er ansonsten wie ein normaler Hund und seinen Bedürfnissen entsprechend bewegen kann. Denn auch ein als Biene Maja verkleideter Hund fühlt sich immer noch als Hund.

Ängstliche Hunde sollte man aber besser mit derlei verschonen. Auch die Bewegungsfreiheit des Hundes sollte nicht eingeschränkt und seine Kommunikationsfähigkeit mit Artgenossen nicht behindert werde.

Karneval besser ohne Hund

Auch, ob der eigene Vierbeiner – ob in natura oder verkleidet – mit auf karnevalistische Sitzungen oder Züge kommt, sollten sich verantwortungsbewusste Hundehalter gut überlegen. Der Anblick von kostümierten Menschenmassen kann der sozialisierteste und entspannteste Hund als bedrohung empfinden und in dem Gedränge und geschunkel Panik bekommen und mit Reiszüberfluttung oder mit Angst reagieren.

Auch empfinden die meisten Hunde alkoholisierte Menschen als eher unangenehm, und im Karneval geht es selten ohne ein feucht-fröhliches Tröpfchen. Die laute Musik wird ihn mit seinem empfindlichen Gehör nicht gerade zum Schunkeln einladen, und die umherfliegenden Leckereien auf Karnevals-Umzügen sind für gierige Hundemäuler und sensible Hundemägen alles andere als gesund – so endet Karneval schnell mit einem persönlichen Aschermittwoch in der Notaufnahme der Tierklinik.